Neu definierter Berufsauftrag

Kindergartenstufe

Stundenplan

Neu beginnt und endet der Unterricht im Kindergarten zur gleichen Zeit wie in der Schule. Ist das für die Gemeinden verbindlich oder können sie vor den Unterricht der Schule eine "Auffangzeit" hängen? Beispiel: Der Unterricht auf der Primarstufe beginnt um 08:20 h, die Auffangzeit auf der Kindergartenstufe soll um 08:05 h starten.

Bezüglich Unterrichtsstart/-ende bzw. Unterrichtszeiten ist zu unterscheiden zwischen den schulorganisatorischen Bestimmungen (§ 26 Abs. 3 VSV) und den personalrechtlichen Bestimmungen (§ 7a Abs. 1 LPVO). Die personalrechtlichen Bestimmungen besagen, dass man für die Anrechnung der Arbeitszeit im Tätigkeitsbereich Unterricht von 4 WL am Vormittag (sowohl auf der Kindergartenstufe als auch auf der Unterstufe) ausgeht. Bei gleicher Lektionenzahl muss darum auch die gleiche Zeitdauer gelten. Deshalb müssen der Schulbeginn und das Schulende sowohl bei der Kindergartenstufe als auch bei der Primarstufe gleich sein. Die Auffangzeit ist Teil der normalen Unterrichtszeit. Wird auf der Kindergartenstufe der Unterricht früher als auf der Primarstufe gestartet (aber gleichzeitig beendet), gilt diese Zeit als Betreuungszeit und nicht als Unterrichts- oder Auffangzeit. Dies würde zu zusätzliche Betreuungskosten für die Schulgemeinde führen. Eine solche zusätzliche Betreuungszeit müsste mit den betreffenden Kindergartenlehrpersonen vereinbart werden. Sie kann ihnen nicht ohne weiteres auferlegt werden.

Bleibt die Auffangzeit für die Schülerinnen und Schüler bestehen?

Ja.

Vergleiche Dokument zu Kindergartenstufe auf der VSA-Website, Spezialthemen:

www.vsa.zh.ch/berufsauftrag

Können die Gemeinden weiterhin selber festlegen, wie sie den Nachmittagsunterricht des ersten und des zweiten Jahrgangs gestalten?

Ja.

Es ist bis zur Einführung des neuen Zürcher Lehrplans 21 weiterhin möglich, in beiden Jahrgängen je einen Nachmittag oder im 2. Jahrgang zwei Nachmittage (1. Jahrgang kein Nachmittag) vorzusehen.

IF im Kindergarten

Sind neu auch 5 Lektionen IF an einem Kindergartenmorgen möglich?

Nein.

Pro Halbtag können maximal gleich viele Lektionen wie im Regelunterricht erteilt werden, d.h. vier IF-Lektionen am Vormittag und zwei am Nachmittag.

Lohneinreihung, BVK und Verpflegungszulage

Warum werden Kindergartenlehrpersonen ins LR 09.03 überführt und nicht gleich ins LR 10.01, wie Primarlehrpersonen?

Die Umsetzung des neu definierten Berufsauftrags erfolgt grundsätzlich kostenneutral.

Er ist keine Massnahme, um den Lohn einer Berufsgruppe zu ändern.

Gemäss einem Bundesgerichtsurteil wird der Lohn für die Kindergartenlehrperson auf der Grundlage der Lohnklasse 18 ausgerichtet. Sowohl die Lohnkategorie I (LR 09.01) als auch die Lohnkategorie II (LR 09.03) basieren auf dieser Lohnklasse 18. Das eher spezielle Lohnreglement LR 09.01 wurde für das besondere Zeitmodell der Kindergartenstufe (Stunden pro Woche) geschaffen. Im neu definierten Berufsauftrag gilt im Tätigkeitsbereich Unterricht auch auf der Kindergartenstufe die Einheit ‚Wochenlektionen‘. Deshalb wird das LR 09.01 (Lohnkategorie I) aufgehoben.Mit der Überführung in LR 09.03 und der Anpassung der Lektionenzahl wird grundsätzlich am Bruttolohn nichts geändert. Vielmehr wird die Tatsache abgebildet, dass eine Kindergartenlehrperson, die alle 24 Wochenlektionen (WL) einer normal grossen Kindergartenklasse übernimmt, an 5 Vormittagen (je 4 WL) und 2 Nachmittagen (je 2 WL) unterrichtet.

Neu beträgt das Pensum einer Kindergartenlehrperson, die alleine eine Klasse führt nur noch 88 %. Hat das einen Einfluss auf die zu erwartende BVK-Altersrente?

Ja, die Rente wird leicht höher.

Bei der BVK ist der „versicherte Lohn" massgebend. Dieser wird wie folgt berechnet:Brutto-Jahreslohn - Koordinationsabzug = versicherter Lohn

Der Brutto-Jahreslohn (inkl. der ebenfalls versicherten Verpflegungszulage) wird im neuen System stets grösser sein als heute. Da die BVK den Koordinationsabzug proportional zum Beschäftigungsgrad berücksichtigt, wird dieser kleiner als bisher ausfallen.Ein höherer Bruttolohn und ein kleinerer Koordinationsabzug führen zu einem höheren „versicherten Lohn“. Dies führt zu höheren BVK-Sparbeiträgen. Damit wird das Sparguthaben rascher erhöht, was letztlich zu einer höheren BVK-Altersrente führen wird.

Hat eine Kindergartenlehrperson nur noch Anrecht auf 88 % der Verpflegungszulage?

Ja.

Die Verpflegungszulage wird aufgrund des Beschäftigungsgrades ausgerichtet. Entsprechend wird den Kindergartenlehrpersonen mit bisher 23 WS die Verpflegungszulage nicht mehr zu 100 %, sondern aufgrund des Beschäftigungsgrads von 88 % nur noch zu 88 % ausgerichtet.

Zusammen mit der neuen Lohnkategorie II (LR 09.03) führt dies aber in jedem Fall dennoch zu einem höheren Bruttolohn (siehe Dokument „Arbeitszeitmodell auf der Kindergartenstufe“ unter www.vsa.zh.ch/berufsauftrag).

Zusätzliche VZE pro Klasse

Wie verteilen sich die zusätzlichen 0.02 VZE pro Kindergartenklasse, wenn diese durch zwei teilzeitarbeitenden Lehrpersonen geführt wird?

Die 0.02 VZE sind pro Kindergartenklasse und unabhängig von den Beschäftigungsgraden und der Anzahl der Kindergartenlehrpersonen an der Klasse.

  • Wenn eine Lehrperson die Klasse in alleiniger Verantwortung übernimmt, beträgt ihr Beschäftigungsgrad in der Regel* 88 %.
  • Wenn sich zwei Lehrpersonen die Klasse teilen und je ein Unterrichtspensum von 12 Lektionen haben, ergibt die Summe der beiden Beschäftigungsgrade in der Regel* ebenfalls 88 %.
  • Wenn eine Lehrperson die Klassenverantwortung mit einem Unterrichtspensum von 20 Lektionen hat und die zweite Lehrperson die restlichen 4 Unterrichtslektionen übernimmt, ergibt die Summe der beiden Beschäftigungsgrade in der Regel* ebenfalls 88 %.

* Selbstverständlich kann einer Kindergartenlehrperson auch noch zusätzlich Arbeitszeit für weitere Arbeiten zugewiesen werden. Damit würde sich der Beschäftigungsgrad bzw. die Summe der Beschäftigungsgrade verändern.