Qualifikation & Weiterbildung

Medien und Informatik

Neu mit eigenen Lektionen

Teil des Zürcher Lehrplans 21 ist das Modul Medien und Informatik, welches die drei Bereiche Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen beinhaltet. Die Anwendungskompetenzen werden in den Fachbereichen integriert unterrichtet. Die Kompetenzen in Medien und Informatik erwerben die Schülerinnen und Schüler neu in speziell dafür bestimmten Lektionen. In der Lektionentafel zum Zürcher Lehrplan 21 sind dafür folgende Lektionen vorgesehen: Auf der Primarstufe in der 5. und 6. Klasse und auf der Sekundarstufe in der 7. und 9. Klasse soll neu je eine Lektion Medien und Informatik unterrichtet werden.

Das fachliche Wissen und die methodisch-didaktischen Erfahrungen der im Kanton Zürich tätigen Lehrpersonen in Medien und Informatik sind heterogen. Im Bereich Medien bringen viele Lehrpersonen Kenntnisse und Erfahrungen mit. Der neue Lehrplan sieht aber vor, dass bereits auf der Primarstufe erste Kenntnisse in Informatik vermittelt werden. Die Lehrpersonen der Mittel- und der Sekundarstufe müssen sich deshalb insbesondere in Informatik und im methodisch-didaktischen Bereich qualifizieren. Weil der Lehrplan neue Schwerpunkte setzt, reichen auch sehr gute Anwendungskompetenzen in gängigen Programmen nicht aus, um Medien und Informatik unterrichten zu können.

Der Bildungsrat hat am 24. Oktober 2016 ein Konzept zur Qualifikation der Lehrpersonen der Mittel- und der Sekundarstufe in Medien und Informatik verabschiedet (BRB 22/2016).

Grundlagenkurs

Lehrpersonen der Mittel- und der Sekundarstufe besuchen einen kostenlosen Grundlagenkurs, der auf die informatischen Kompetenzen des Lehrplans fokussiert. Grundkenntnisse in Informatik sind allerdings keine Voraussetzung für die Teilnahme. Im Grundlagenkurs werden die Kursleitenden, die Kursunterlagen und die Onlineangebote auf die heterogenen Voraussetzungen der Teilnehmenden eingehen.

Der Grundlagenkurs Medien und Informatik besteht aus 4 Präsenzveranstaltungen (3.5 Tage) und 3 dazwischenliegenden Phasen mit E-Learning und Praxisumsetzungen. Die Weiterbildung erstreckt sich über mehrere Wochen.

Grundsätzlich ist der Grundlagenkurs in der unterrichtsfreien Zeit zu besuchen. Kurse, die am Montag oder Freitag stattfinden, sind für Lehrpersonen gedacht, die an diesen Wochentagen nicht unterrichten. Wird ausnahmsweise einer Lehrperson der Kursbesuch während ihrer Unterrichtszeit gewährt, entscheidet die Gemeinde über den bezahlten oder unbezahlten Urlaub. In jedem Fall hat die Schule ein kommunales Kurzvikariat einzurichten und auf eigene Kosten zu entlöhnen.

Der Kanton stellt ein Selbstevaluationstool zur Verfügung, mit dem die Lehrpersonen ihre Stärken und Schwächen in Medien und Informatik selbstständig einschätzen können.

Lehrpersonen, die über wenig Wissen und Können in Medien und Informatik verfügen, wird im Anschluss an den Grundlagenkurs empfohlen, ergänzende Angebote der PH Zürich zu besuchen.

Unterrichtsberechtigung

Die Lehrpersonen besuchen den stufenspezifischen Grundlagenkurs im Umfang von 3 ECTS-Punkten, was einem Weiterbildungsaufwand von rund 90 Stunden entspricht. Wenn sie diesen erfolgreich abgeschlossen haben, erhalten sie vom Kanton die Berechtigung, Medien und Informatik auf ihrer Stufe zu unterrichten.

Darauf aufbauend wird die PH Zürich zusätzliche Angebote bereitstellen, in denen sich interessierte Lehrpersonen mit ausgewählten medienpädagogischen und informatischen Kompetenzen und Inhalten auseinandersetzen können. Der Ausbau zu einem CAS ist möglich. Diese freiwilligen Angebote werden – im Gegensatz zum Grundlagenkurs – von den Gemeinden finanziert.

Im Einzelfall können Lehrpersonen die Unterrichtsberechtigung in Medien und Informatik „sur Dossiers“ erhalten. Sie reichen dazu beim Volksschulamt ein Gesuch mit Portfolio ein. Wird das Gesuch bewilligt, erhalten sie die Unterrichtsberechtigung für Medien und Informatik. Bis Ende Februar 2017 werden hier Angaben und Vorlagen für das einzureichende Portfolio aufgeschaltet.