Handbuch Schulqualität

Häufige Fragen Handbuch Schulqualität

An wen richtet sich das Handbuch Schulqualität und wie wird es angewendet?

Das Handbuch Schulqualität bezeichnet und ordnet qualitätsrelevante Ansprüche an die Schul- und Unterrichtsgestaltung. Im Rahmen der Schulbeurteilung macht es deutlich, auf welche Qualitätsansprüche sich die Beurteilung bezieht. Allgemein möchte es als Referenz- und Nachschlagewerk dienen:

  • Für die Bildungsdirektion ist das Handbuch als Bezugs- und Orientierungsrahmen für die Schulqualität der Volksschulen des Kantons Zürich massgebend.
  • Für die Fachstelle für Schulbeurteilung ist das Handbuch Grundlage der Schulbeurteilungen.
  • Den Schulen und Schulgemeinden steht das Handbuch Schulqualität als Orientierungsrahmen im Sinne eines Nachschlagewerkes zur Verfügung. Es bietet für Schulen einen reichhaltigen Fundus für gute Praxis, an dem sie sich bei der Schulprogrammarbeit bzw. Schulentwicklung in den unterschiedlichsten Themen und Projekten orientieren können.

Beispiel Konzeption eines Projektes der Bildungsdirektion

Die Bildungsdirektion orientiert sich bei der Planung, Umsetzung und Evaluation z.B. eines Projektes im Bereich der Sprachförderung am Handbuch Schulqualität.

Beispiel externe Schulevaluation

Bei der externen Schulevaluation überprüft die Fachstelle für Schulbeurteilung bestimmte Qualitätsmerkmale anhand von Indikatoren, die aus dem Handbuch Schulqualität abgeleitet sind. Die Evaluatorinnen und Evaluatoren untersuchen, wie und in welchem Masse diese Qualitätsansprüche an einer Schule erfüllt sind.

Beispiel schulinternes Projekt

Die Schulkonferenz beschliesst im Rahmen der Schulprogrammarbeit, die Teamarbeit zu verbessern und setzt dafür eine Arbeitsgruppe ein. Für die Einschätzung der Situation und für die Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen nimmt die Arbeitsgruppe den Qualitätsbereich „Schulinterne Zusammenarbeit“ aus dem Handbuch Schulqualität zur Hand.

Beispiel Erstellen eines Leitbildes

Für die Erneuerung eines schulischen Leitbildes lässt sich die Schulpflege von den Qualitätsbereichen „Entwickeln von Schulgemeinschaft“, „Zusammenarbeit mit den Eltern“ und „Gleichstellung“ inspirieren.

Ist eine Schule erst dann gut, wenn sie das Handbuch Schulqualität abgearbeitet hat?

Nein. Für das richtige Verständnis und die sinnvolle Nutzung des Handbuchs gilt es folgende Punkte zu beachten:

  • Die Qualitätsansprüche dienen in ihrer Gesamtheit als Orientierung, nicht als Vorgabe. Es ist geradezu unmöglich, alle Qualitätsansprüche zu erfüllen. Jeder einzelne Anspruch ist dennoch, für sich gesehen, bedeutsam und wichtig.
  • Die umfassende Aufzählung von Qualitätsansprüchen soll den Nutzern und Nutzerinnen die Vielfalt und Breite eines Qualitätsbereichs deutlich machen. Sie soll ihnen ermöglichen, eine Auswahl in Bezug auf ihre spezifische schulische Situation zu treffen.

Arbeitet die Fachstelle für Schulbeurteilung mit dem Handbuch Schulqualität?

Ja. Die Fachstelle bezieht sich in ihrer Arbeit auf das Handbuch Schulqualität und nutzt es als Grundlage für die Beurteilung von Schulen.

Im Rahmen der externen Schulevaluation wird für jede Schule ein Qualitätsprofil erstellt, das bei Primarschulen 8, resp. bei Sekundarschulen 9 Qualitätsmerkmale umfasst. Bei diesen Qualitätsmerkmalen handelt es sich um eine Auswahl von Qualitätsansprüchen und Indikatoren aus verschiedenen Qualitätsbereichen aus dem Handbuch.

Zusätzlich hat jede Schule die Möglichkeit, aus einer Liste von Qualitätsbereichen ein Fokusthema auszuwählen. Auch diese Qualitätsansprüche und Indikatoren sind aus dem Handbuch Schulqualität abgeleitet und werden von der Fachstelle anhand bestimmter Merkmale überprüft.

Das Qualitätsprofil sowie die einzelnen Qualitätsbereiche mit ihren Qualitätsansprüchen und Indikatoren sind auf der Website der Fachstelle für Schulbeurteilung veröffentlicht.

Lösen die HarmoS-Bildungsstandards das Handbuch Schulqualität ab?

Nein. Die Qualitätsansprüche des Handbuchs beziehen sich auf schulische Prozesse. Die HarmoS-Bildungsstandards beziehen sich auf Lernleistungen von Schülerinnen und Schülern (Stichwort: Output).

Bildungsstandards sind – mit Ausnahme der Fremdsprachen – an drei Schnittstellen zu erreichen: nach zwei Jahren Kindergarten und zwei Jahren Primarschule (2. Schuljahr), am Ende der Primarschulzeit (6. Schuljahr) und am Ende der Sekundarstufe I (9. Schuljahr). Für die Fremdsprachen werden Zielvorgaben für das 6. und 9. Schuljahr gemacht.

Das HarmoS-Konkordat ist am 1. August 2009 in Kraft getreten. Es gilt für diejenigen Kantone, welche dem Konkordat beigetreten sind, so auch für den Kanton Zürich. Somit stellen die HarmoS-Bildungsstandards zusätzliche Qualitätsstandards dar.

Die HarmoS-Bildungsstandards werden in geeigneter Form in den Lehrplan 21 eingebaut. Wenn der Bildungsrat den „Lehrplan 21 Kanton Zürich“ nach 2014 erlässt, werden dadurch „Standards für Outputqualitäten“ eingeführt.