Chance Sek

Massnahmenbereiche

Die entsprechenden Entwicklungen und freiwilligen Angebote für Schulen und Lehrpersonen in den fünf Bereichen verstehen sich als erste Schritte und Vorarbeiten im Hinblick auf den kommenden kompetenzorientierten Lehrplan 21 im Kanton Zürich.

1. Individuelle Förderangebote für Schülerinnen und Schüler

Intensive individuelle Förderung ist für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler und solche mit erheblichen Lernschwierigkeiten von entscheidender Bedeutung für einen erfolgreichen Übertritt in eine berufliche Ausbildung. Mit der Vermittlung von Good Practice kann die Bildungsdirektion Schulen und Lehrpersonen bei der Planung und Gestaltung von Fördermassnahmen und individualisierenden Lehr- und Lernformen unterstützen. Förderangebote für begabte und leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, die von den Sekundarschulen teilweise gemeinsam mit dem Untergymnasium erarbeitet werden, sollen die Sekundarstufe der Volksschule als attraktive Alternative zum Langgymnasium stärken.

2. Instrumente für den kompetenzorientierten Unterricht

Die konsequente Orientierung des Unterrichts und der Leistungsbeurteilung am kompetenzorientierten Lehrplan 21 für den Kanton Zürich ist eine wichtige Massnahme im Rahmen der längerfristigen Weiterentwicklung der Sekundarstufe der Volksschule. In der Zeit bis zur Einführung des Lehrplans 21 soll die Bildungsdirektion die Lehrpersonen darin unterstützen, sich auf freiwilliger Basis mit der Kompetenzorientierung im Unterricht und in der Leistungsbeurteilung vertraut zu machen. Geeignete Instrumente werden den Lehrpersonen auf einer Internet-Plattform zur Verfügung gestellt.

3. Standardisierte Tests und Vergleichsarbeiten

Lehrpersonen sollen über Vergleichsarbeiten und Testinstrumente für die Sekundarstufe der Volksschule verfügen, damit sie den Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler vergleichend und fair beurteilen, die Lernzielerreichung überprüfen und eine kompetenzorientierte Förderplanung vornehmen können. In der Zeit bis zum Vorliegen von Instrumenten für die Leistungsmessung, die auf den Lehrplan 21 abgestimmt sind, sollen die Lehrpersonen die Möglichkeit erhalten, geeignete standardisierte Testmaterialien in ihrem Unterricht einzusetzen. Geeignete Weiterbildungsangebote sollen die Lehrpersonen dabei unterstützen. In einer Auslegeordnung werden die heute verfügbaren Materialien und Instrumente bewertet.

4. Abklärungen für ein kompetenzorientiertes Zeugnis

Insbesondere die Wirtschaft weist darauf hin, dass die Zeugnisnoten der Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Schulmodellen nicht vergleichbar sind. Bis zum Zeitpunkt der Einführung des Lehrplans 21 werden Entscheidungsgrundlagen erarbeitet für die Einführung eines einheitlichen, kompetenzorientierten Zeugnisses auf der Sekundarstufe der Volksschule, das die fachlichen Leistungen und die überfachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler unabhängig vom Schulmodell vergleichbar abbildet.

5. Standardisierter Test 6. Klasse

Die Erfahrungen der Lehrpersonen im Übertrittsverfahren von der Primar- in die Sekundarstufe der Volksschule, wie sie in der Zeit zwischen Herbst 2008 bis Frühling 2010 ins Projekt «Chance Sek» eingebracht worden sind, zeigen, dass die Ergebnisse eines standardisierten Leistungstests gegen Mitte der 6. Primarklasse die Gesamtbeurteilung durch die Mittelstufenlehrperson gut ergänzen würde. Der Einbezug von vergleichbaren Testergebnissen in die Gesamtbeurteilung erhöht die Chancengerechtigkeit beim Übertritt und macht den Entscheid für Eltern wie auch für Schülerinnen und Schüler nachvollziehbarer. Noch vor der Einführung des Lehrplans 21 soll eine Erprobung des Tests durchgeführt werden.